Was heißt: "Festzuschuss" und "Bonus"?

Die seit 2005 geltenden Festzuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen sind nach dem Durchschnitt der bisherigen Zahnersatz-Kosten berechnet worden. Die Höhe des Patienten-Eigenanteils ändert sich also prinzipiell nicht.
Der einfache Festzuschuss entspricht dem bisherigen 50%-Zuschuss. Weisen Sie mit Ihrem Bonusheft 5 Jahre regelmäßige Vorsorge nach, haben Sie Anspruch auf 20% Bonus; dies entspricht dem bisherigen Sprung von 50% auf 60% Kassenanteil. Dementsprechend gilt nach 10 Jahren regelmäßiger Vorsorge ein 30%-Bonus auf den Festzuschuss; dieser entspricht, Sie raten es schon, dem früheren Sprung auf 65% Kassenanteil. Auch für Härtefälle ist gesorgt. Sie erhalten den doppelten Festzuschuss; das entspricht dem bisherigen 100%-Zuschuss. Der einzige Unterschied: Jetzt wird der Zuschuss auf der Grundlage des vorliegenden Befundes bereits im Voraus auf den Cent genau berechnet.
95% aller Arten von Zahnersatz werden durch die neue Regelung nicht teurer, manche Arten (Implantatversorgungen) werden sogar billiger.

Irreführende Versicherungswerbung

Einige private Krankenversicherer machen sich die entstandene Verunsicherung der Kassenpatienten zunutze. Sie vergrößern sie sogar noch durch Fehlinformationen in ihren Werbebroschüren. Die privaten Versicherer behaupten dort:
"Als Patient erhalten Sie seit dem 1.1.2005 nur noch Festzuschüsse. Das führt zu erheblichen Verteuerungen des Zahnersatzes. Deshalb sollten Sie unverzüglich eine Zusatzversicherung abschließen."
Tatsächlich sind die Festzuschüsse aber analog den durchschnittlichen bisherigen (prozentualen) Zuschüssen berechnet worden, es wird also meist nicht teurer als bisher. Ganz im Gegenteil: Manches wird sogar billiger! Implantat-Arbeiten können nun nämlich einen Zuschuss von der Kasse erhalten; in diesen Fällen bezahlt der Patient weniger als bisher!

Die Kassen haben es gut

Die Gesundheitsreform hat gewirkt: Die Krankenkassen erzielen auf einmal Überschüsse in Milliardenhöhe. Das kommt nicht von ungefähr. Die Patienten sind extrem verunsichert. Kaum ein Patient weiß noch, was er selbst bezahlen muss oder was noch von den Kassen bezahlt wird. Die Folge: Patienten gehen nicht mehr in die Praxen, sie nehmen nicht einmal mehr das in Anspruch, was ihnen an Versorgung eigentlich zusteht. So ist z. B. die Nachfrage nach Zahnersatz extrem zurückgegangen.
Zahnärzte mögen darüber insgeheim stöhnen — das will sowieso niemand hören; Zahntechniker mussten angesichts der dramatischen Umsatzrückgänge längst zahlreiche Mitarbeiter entlassen.
Den Kassen kann's nur recht sein. Derzeit kommen sie mühelos mit ihren Beiträgssätzen aus. Da wäre es ja geradezu unwirtschaftlich, etwas gegen die bestehende Verunsicherung zu tun ...
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